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Programm

Was wird beim Schachspiel gefördert?

Wie Kinder Schach spielen lernen


Unterrichtswerke an der Hammer Schachschule

Rob Brunia und Cor Wijgerden schildern in Ihrem Begleitbuch treffend wie Kinder Schach spielen und erlernen. Hier ein Auszug, der keiner weiteren Ergänzung bedarf. Das Schachspiel übt eine enorme Anziehungskraft auf Kinder aus. Sie sind fasziniert von der Form und der Bewegungsmöglichkeit der Figuren. In diesem Spiel bestimmt das eigene Können den Spielverlauf. Die Faktoren „Glück" und „Pech" wie beim „Mensch ärgere dich nicht" haben hier keine Bedeutung mehr. Und daher macht Kindern dieses Spiel so viel Spaß.


Wie Kinder Schach spielen (nach Brunia/Wijgerden)
Haben die Kinder die Spielmöglichkeiten der Schachfiguren kennen gelernt, wird das Spielen zu einem großen Vergnügen. Ihr oberstes Ziel wird das Schlagen der gegnerischen Figuren sein. Die erbeuteten Figuren werden ordentlich am Brettrand aufgestellt. Regelmäßig wird der Fang gezählt. Kinder zählen ihre „Beute" auch dann, wenn in der Zwischenzeit nichts Neues hinzugekommen ist. Somit ist dieses "Beutemachen" der eigentliche Spielzweck bei den Kindern.


Das Schlagen
Der Verlust eigener Figuren bleibt nebensächlich. Selbst wenn sie schon den Begriff des Mattsetzens verstanden haben, bleibt die Faszination des Eroberns der gegnerischen Figuren ihre größte Motivation. Sie wählen eine ihrer Figuren aus und gehen damit auf Beutejagd. Wird diese Figur geschlagen, nehmen sie eine andere. Wird in diesem Spiel ein Spieler mattgesetzt, erscheint das beiden Spielern wie ein Zufall, den sie gerne ignorieren würden, um weiterspielen zu können. „Du bist matt", wird kompensiert durch: „Ja, aber ich habe deine Dame!"

Beobachtung aus der Maximilianschule

Die Schachfiguren werden so geliebt, dass man überhaupt nicht mit anderen Mitspielern teilen will. Kleine Widerstände, mit denen der Schachlehrer auch rechnen muss.

Der Verlust eigener Figuren bleibt nebensächlich. Selbst wenn sie schon den Begriff des Mattsetzens verstanden haben, bleibt die Faszination des Eroberns der gegnerischen Figuren ihre größte Motivation. Sie wählen eine ihrer Figuren aus und gehen damit auf Beutejagd. Wird diese Figur geschlagen, nehmen sie eine andere. Wird in diesem Spiel ein Spieler mattgesetzt, erscheint das beiden Spielern wie ein Zufall, den sie gerne ignorieren würden, um weiterspielen zu können. „Du bist matt", wird kompensiert durch: „Ja, aber ich habe deine Dame!"

Die Materialphase
Der Lernabschnitt, in dem die Kinder so mit dem „Material" beschäftigt sind, ist deutlich zu erkennen. Wir nennen diesen Abschnitt: die Materialphase. Durch diesen spielerischen Umgang mit der Spieleigenschaft der Schachfiguren gewinnen die Kinder eine große Sicherheit im Umgang mit diesen Eigenschaften. Es hilft den Kindern enorm, wenn sie diese Phase in ihrem eigenen Tempo so vollständig wie möglich durchlaufen können. Das verhindert unter anderem, dass in späteren Partien immer noch Figuren eingestellt werden.

Die räumliche Phase
Um den Begriff des „Mattsetzens" zu verstehen und gezielt damit spielen zu können, muss das Kind während der „Materialphase" die räumliche Aufteilung des Schachbrettes verstehen lernen. Es muss verstehen, dass die Spieleigenschaften der Figuren nicht nur aufeinander bezogen sind, sondern von der Spielfeldaufteilung abhängig sind. Erst dann erhält das Kind einen räumlichen Überblick. An dieser Stelle erreichen die Lernenden eine neue Phase: die räumliche Phase, was nicht heißt, dass sie nun die Materialphase verlassen können. Nur unter Beibehaltung der Spielweise aus der vorhergehenden Phase lassen sich unnötige Fehler in den Partien der Kinder vermeiden.

Die Zeitphase
Die dritte Phase der Entwicklung nennen wir Zeitphase. Dass es einige Jahre dauert, bis ein Kind so weit ist, erfordert eine Erläuterung. Anfangs können die Schüler die immense Wichtigkeit von Zeit noch nicht einschätzen. Sie schmieden ab und zu tolle Pläne und rechnen einige Züge weit, zum Beispiel wie sie einen Bauern mit dem König abholen. Leider kann der Gegner die Drohung, wenn es erst einmal so weit ist, mit einem einzigen Zug parieren. Schade um die Zeit (in unseren Augen!), aber die Kinder begreifen noch nicht, dass sie die verlorenen Züge nützlicher hätten verwenden können. Auch später verfolgen Kinder einen gegnerischen Bauern noch frohgemut mit ihrem König.

Wettrennen

Beispiel des noch nicht ausgebildeten Zeitverständnisses im Schach. Aus ihrer Reaktion können wir ablesen, dass sie das nicht einmal wundert: „Das war knapp!"

Dieses mangelhafte Zeitverständnis ist etwas erstaunlich. Kindern macht es keinen Spaß, beim „Mensch ärgere dich nicht" einmal auszusetzen. Sie wissen genau, dass sie dann später ins Ziel kommen werden. Beim Schach setzt man nie aus, jeder darf abwechselnd ziehen. Dass man durch „unnötige" Züge genau genommen doch einmal aussetzt, ist ihnen möglicherweise bewusst, aber der Wunsch, dass der Gegner die Drohung übersieht, ist stärker.